Benutzer-Werkzeuge


GEDICHTE ZUM CHRISTSEIN - NEUE GEDICHTE

von Joachim Krebs

HOFFNUNG

Ein Licht im Tunnel, das Ziel kurz zu seh´n;

ein Riß im Eis, der Frost wird vergeh´n;

eine Wolke am Himmel in sengender Glut;

ein kleines Lächeln nach schrecklicher Wut;

eine blühende Blume im dürren Feld;

Menschen mit Hoffnung in einer vergehenden Welt.

Gewiß und versprochen, doch noch nicht zu be-greifen;

der Zug wird kommen, man hört ihn schon pfeifen;

angefangen, begonnen, doch noch nicht vollendet;

unterwegs ist die Hilfe, schon lang´ abgesendet;

ein Loch in der Mauer, frische Luft im Gestank;

ein Lied in der Trauer, statt Klagen ein Dank.

Hoffnung belebt und Hoffnung bewegt.

Hoffnung macht stark und Hoffnung trägt.

Hoffnung auf Gott erweitert den Blick

über Leben und Tod hinaus um ein kräftiges Stück.

Hoffnung auf Gott ist Hoffnung, die bleibt;

Hoffnung, die selbst der Tod nicht zerreibt.

Hoffnung auf Gott, kann der nur versteh´n,

der lernt, an Gottes Hand froh zu geh´n.

Hoffnung auf Gott werden ein Stückchen versteh´n,

die sehen, wie noch heute Gottes Wunder gescheh´n!

jk 26.06.04

GETÄUSCHT?

(zu 1.Könige 18,41-45)

Elia steht im Wort. „Der Regen kommt sofort!“

So hatte er zu Ahab gesprochen

und scheint nun blamiert bis auf die Knochen.

Denn noch ist es trocken, noch rauscht es nicht,

kein Wölkchen am Himmel, kein Regen in Sicht.

Er schickt seinen Diener, um nach Wolken zu sehen.

Siebenmal muß der auf den Berggipfel gehen.

Sechsmal kommt er wieder und ist ganz geknickt.

Elia betet, fast wird er verrückt.

Hat Gott ihn getäuscht? Hat er falsch gehört?

Fast ist er enttäuscht. Oder liegt er verkehrt?

Doch Gott hält Wort, nichts nimmt er zurück.

Eine kleine Wolke am Himmel – Elia im Glück.

Beim siebenten Mal erst. Gott läßt sich Zeit.

Hier zeigt sich, ob wir zu vertrauen und zu warten bereit.

Der Regen kommt, doch nicht spektakulär.

Nur eine kleine Wolke, doch Elia zweifelt nicht mehr.

Kein Riesengewitter, keine Sensation!

Ein normaler, kräftiger Regen, eine normale Operation?

Wir hätten´s gern anders, bequem und sensationell,

ein Fertiggericht, frisch serviert und zwar schnell!

Möglich ist alles, doch was ist für uns gut?

Überlassen wir´s Gott; er weiß, was er tut!

jk 1.+2.Juli 2004

Zur Jahreslosung 2004:

Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen;
meine Worte aber werden nicht vergehen. (Markus 13,31)

Ein Jahr vergeht, wie Tau im Licht,

kommt her und hört, was Jesus spricht:

„Himmel und Erde haben keinen Bestand,

sie sind wie Spielzeug in Gottes Hand.

Doch seid ihr berufen zu bauen und zu bewahren,

die Schöpfung zu schützen und auch in Gefahren,

nicht einfach den Kopf in den Sand zu stecken.

Gott will euch gebrauchen und ihr müßt dennoch entdecken:

Trotz eurem Eifer wird alles vergehen,

nichts wird bleiben, nichts wird bestehen.

Nichts von dem, woran die Menschheit sich hält;

weder Ruhm noch Ehre, weder Macht noch Geld,

weder Haus noch Schloß, weder Mensch noch Tier.

Weil alles vergeht, darum kommt her zu mir!“

Jesus lädt ein, noch ist es Zeit.

Komm, bevor es zu spät ist und mach dich bereit!

Unsre Welt wird schneller und geht schneller kaputt,

heute gekauft und morgen schon Schutt.

Wer genau aufpaßt, der merkt den Betrug:

Der Mensch sei stark, der Mensch sei klug.

Er entwickle sich weiter, werde bald sein wie Gott.

Er habe alles im Griff, vielleicht bald auch den Tod.

Er könne jetzt schon das Leben erschaffen.

Und doch schlägt er sich mit den eigenen Waffen!

Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen,

wir schmelzen den Nordpol und müssen dann schwitzen.

Wir suchen den Frieden und schaffen nur Krieg,

wir wollen gewinnen und verspielen den Sieg.

Die Erde beuten wir aus anstatt sie zu bewahren;

wir leben von der Substanz und wollen nicht sparen.

Wenn das Gute verwertet ist, wird der Abfall entsorgt.

Doch haben wir alles von Gott und unseren Kindern nur geborgt.

Wir sind nur Verbraucher, wir schaffen nichts neu.

Wir wandeln nur um; aus Gras wird nur Heu!

Wir sind mitverantwortlich dafür, dass diese Welt bald vergeht;

wir vergessen, was wertvoll ist und was für immer besteht.

Wir bauen und bauen und vergessen das Fundament,

das Fundament, das bleibt und hält, viel mehr als Zement.

Was wir Menschen hervorbringen, hat keinen Bestand;

nichts können wir halten. Es ist wie Sand in der Hand.

Was ist denn beständig, was bleibt denn bestehn?

„Meine Worte!“, sagt Jesus, „die werden nicht vergehn!“

Was sind denn schon Worte? Davon gibt es viel.

Worte sind Schall und Rauch, nicht mehr als ein Spiel.

So denken wir Menschen und drehen uns weg,

für uns sind Worte nur Mittel zum Zweck.

Was unterscheidet denn unsere Worte von den seinen?

Warum werden sie bleiben? Was kann er nur meinen?

Seine Worte sind aus der Ewigkeit, gesprochen in unsere Zeit,

und gelten dennoch von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Ihr Ursprung ist anders, darum haben diese Worte Kraft,

sie kommen von Gott, der durch´s Wort allein schafft.

Halte dich fest an diesen Worten, sie nehmen dich mit,

durchs Dunkel des Lebens, auf Schritt und auf Tritt.

Vertrau seinen Worten, wie schwach oder wie stark du auch bist,

weil er, Jesus selber, das Wort des Lebens ist.

Ja, es ist ein Geheimnis und schwer zu verstehn,

doch die Jünger von damals haben seine Herrlichkeit gesehn.

Sie bezeugen uns in der Bibel, in Menschenworten verhüllt,

dass Gott in Jesus alle Verheißungen erfüllt.

Um in diesen Worten das ewige Wort Gottes zu erkennen,

um eigene Gedanken und Wünsche von Gottes Wort zu trennen,

brauchen wir den Geist Gottes. Er allein kann uns lehren.

Drum bitte um ihn. Er will dir alles erklären!

jk (12/03)

Frömmigkeit

Der eine scheint fromm, er gibt sich gern so.

Der andere nicht, er frisst nicht nur Stroh.

Er greift schon mal zu, er nimmt dich gern aus,

ihn sieht man selten im Gotteshaus.

Doch heute, welch Wunder, es ist kaum zu glauben,

geht er in die Kirche; was will er hier rauben?

Der Fromme, er sieht ihn mit staunendem Blick

und denkt dabei still: „Ach, was für ein Glück,

dass ich nicht bin wie dieser da.

Ich bin Gottes Kind, Halleluja.

Ich bin hier zuhause, ich fühl mich hier wohl,

ich bringe den Zehnten und erfülle mein Soll.“

Der andere jedoch, seiner Fehler bewusst,

senkt voller Reue den Kopf bis zur Brust.

„Ich kann nicht mehr, es tut mir leid.

Hast du, Gott, für mich einen Ausweg bereit?

Ich habe versagt, die Schuld drückt mich schwer.

Gott, sei mir gnädig. Ich bereue es sehr!“

Jesus hat diese Geschichte erzählt

und uns dadurch deutlich vor Augen gestellt,

dass Gott mehr sieht als den äußeren Schein.

Sein Blick geht durch, durch Mark und durch Bein.

Er sieht das Herz, er weiß, was uns treibt,

sodass uns keine Entschuldigung bleibt.

Echt oder nicht? Das ist hier die Frage.

Gerecht oder nicht? Er kennt meine Lage.

Ein neues Herz brauche ich, eine Transplantation.

Sonst bin ich verloren vor Gottes Thron.

„Jesus, hast du nicht ein Herz für mich?

Ein reines, beständiges – ich brauche dich!“


GEDICHTE

(Autor: Joachim Krebs)

Gedichte

CVJM